Zertifizierungen bilden im LMS akkreditierte Schulungsnachweise ab (z.B. CPE/CPD, IDD), bei denen Lernende innerhalb eines festgelegten Zeitraums eine definierte Anzahl an Punkten oder Stunden sammeln müssen. Anders als eine einmalige Qualifikation ist die Zertifizierung an einen wiederkehrenden Nachweiszeitraum gekoppelt und damit das zentrale Werkzeug für gesetzlich oder branchenintern vorgeschriebene Fortbildungsnachweise.
Branchen und Industriezweige, für die eine Zertifizierung notwendig ist
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Branche |
Konkretes Beispiel |
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Gesundheitswesen |
Ärzte: CME-Punktenachweis (§95d SGB V); Pflegepersonal: jährliche Pflichtfortbildungen (Hygiene, Reanimation) |
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Versicherungswesen |
Vermittler: Sachkundenachweis nach IDD (§34d GewO), 15 Std./Jahr |
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Finanzdienstleistung |
Anlageberater: MiFID II / WpHG-Sachkundeprüfung, mind. 15 Std./Jahr |
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Luftfahrt |
Piloten/Fluglotsen: wiederkehrende Type-Rating-Nachweise |
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IT/Tech |
Cloud-Architekten: AWS/Azure-Rezertifizierungspunkte |
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Recht |
Fachanwälte: 10 Std./Jahr Fortbildung je Fachgebiet (§15 FAO) |
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Transport/Logistik |
Berufskraftfahrer: 35 Std. alle 5 Jahre (BKrFQG) |
Typische Intervalle
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Jährlich: Versicherungsvermittler (IDD), Finanzberater (WpHG), Pflegepersonal, Fachanwälte
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Alle 2 Jahre: Lebensmittelhygiene, Reanimationstraining (BLS/ALS)
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Alle 3 Jahre: IT-Zertifikate (z.B. AWS Recertification)
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Alle 3–5 Jahre: Berufskraftfahrer-Qualifikation, Facharzt-Fachkundenachweise
Ziele und Vorteile von Zertifizierungen
Aktuelles Wissen und Compliance
Ziel: sicherstellen, dass Mitarbeitende gesetzliche/regulatorische Vorgaben (BaFin, MDK, IHK) durchgängig erfüllen.
Vorteil: lückenloser, automatisiert prüfbarer Nachweis statt manueller Excel-Listen.
Berufliche Glaubwürdigkeit und Karrierechancen
Ziel: Fachkompetenz extern nachweisbar machen (z.B. gegenüber Aufsichtsbehörden, Kunden).
Vorteil: Zertifikatsstatus als Differenzierungsmerkmal, Kopplung an Skill- und Jobprofile (separate Lizenz)
Sicherheit und Minderung rechtlicher und betrieblicher Risiken
Ziel: Vermeidung von Bußgeldern, Tätigkeitsverbot oder Haftungsrisiken bei abgelaufenen Nachweisen. Vorteil: automatische Sperrung/Eskalation bei Ablauf statt nachträglicher Aufdeckung im Audit.
Förderung des lebenslangen Lernens und der Anpassungsfähigkeit in dynamischen Branchen
Ziel: kontinuierliche Weiterbildung statt Einmalschulung verankern.
Vorteil: Punkte-/Stunden-Logik motiviert zu regelmäßigem, verteiltem Lernen statt Last-Minute-Nachholen.
Use Cases
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Arzt sammelt CME-Punkte: Erhält über 5 Jahre 250 Fortbildungspunkte aus verschiedenen Kursen zugewiesen; Panel "Zertifizierungen" zeigt Fortschritt; bei Nichterfüllung Warnhinweis vor Periodenende.
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Pflegekraft absolviert jährliche Pflichtfortbildung: Zertifizierung mit 12-Monats-Zeitraum, Format "Stunden", Rücksetzung "immer" zum 1. eines festen Monats (allgemeines Startdatum) — für Audit-Nachweis gegenüber MDK.
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Versicherungsvermittler erfüllt IDD-Sachkundenachweis: Zertifizierung mit Mindestanforderung 15 Stunden/Jahr, individuelles Startdatum ab Zuweisung, Kulanzfrist für Nachweis kurzfristig verpasster Stunden.
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Finanzberater schließt WpHG-Weiterbildung ab: Zertifizierungsset mit Mindestpunktzahl in mehreren Themenkategorien (z.B. Anlagerecht, Geldwäscheprävention) — komplexes Szenario mit mehreren Teilanforderungen.
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IT-Sicherheitsbeauftragter hält ISO-27001-Kompetenz aktuell: Verknüpfung mehrerer Lernpfade mit Punktevergabe, Reporting über "Zertifizierungsstatus" für interne Audits.
Modul & Voraussetzung
Das Zertifizierungsmanagement läuft über das optionale Add-on "Zertifizierungs- Management" — nicht im Core-Lizenzumfang enthalten, separat zu lizenzieren. Kernidee: Zertifizierungen können zu Zertifizierungssets gebündelt, Zertifizierungen werden Nutzern zugewiesen und mit Trainingsinhalten verknüpft.
Schritte zur Einrichtung der Zertifizierung
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Aktivierung der Lizenz damit die Zertifizierung genutzt werden kann
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Einrichtung der Navigationspunkte “Zertifizierung” und “Zertifizierungs-Sets”
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Aktiverung des Cron Jobs “Zertifizerung zurücksetzen” .
Schritte zur Zuweisung von Zertifizerungen zu Nutzern
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Unter “Alle Mitarbeiter” Zuweisung von Zertifizerungen bzw. Zertifizierungssets zu Nutzern.
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Unter Mandanten > Kompetenz-Einstellungen kann ebenfalls eine automatisierte Zuweisung von Zertifizerungen zu Nutzern konfiguriert werden.
Schritte zum Einrichten der Regeln für die Zertifizierung
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Name und Beschreibung der Zertifizierung festlegen
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Status auf "aktiv" setzen (nur aktive Zertifizierungen sind systemweit auswählbar)
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Zeitraum in Monaten definieren (z.B. 12 Monate ab Zuweisung)
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Format wählen: Punkte oder Stunden, inkl. Mindestanforderung (z.B. "15 Stunden")
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Startdatum-Modus festlegen: individuell (ab Zuweisung) oder allgemein (fixer Tag/Monat für alle)
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Rücksetzungsart bestimmen: nicht zurücksetzen / immer / nur wenn erfüllt
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Kulanzfrist in Tagen definieren (nur bei Erstellung änderbar — nicht nachträglich)
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Warnhinweis-Checkbox aktivieren für nicht erfüllte Vorperioden
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Bei mehreren Themenkategorien: Zertifizierungsset statt Einzelzertifizierung konfigurieren
Schritte zum Einrichten einer Kursvorlage/eines Kurses für die Zertifizierung
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Zertifizierungs-Registerkarte im Kurstyp (Prozesskomplexität) aktivieren — bei bestehenden Kurstypen per Support-Ticket, Aktivierung per Skript nötig.
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Kurs mit der gewünschten Zertifizierung verknüpfen
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Anzahl der Punkte bzw. Stunden festlegen, die der Kurs zur Zertifizierung beisteuert
Tips & Tricks
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Zertifizierungen sind eine lizenzierte Funktion — Aktivierung nur durch Scheer IMC-Berater/Support
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Doppelvergabe von Punkten bei mehrfach verknüpften Kursen aktiv vermeiden
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Registerkarte "Zertifizierung" muss im jeweiligen Kurstyp aktiviert sein
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Zertifizierungssets für komplexe Szenarien mit mehreren Kategorien nutzen
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Kein Standard-Import für historische Zertifizierungsdaten (anders als bei Skills) — bei Migration einplanen
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Panel "Zertifizierungen" im Lern-Portal mit Option "Leeres Panel ausblenden" konfigurieren
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Viele Einstellungen (z.B. Kulanzfrist) sind nach dem Speichern nicht mehr editierbar — vor Erstellung final abstimmen