SCORM (Sharable Content Object Reference Model) ist ein weit verbreiteter Satz technischer Standards für E-Learning-Inhalte. Er gewährleistet Interoperabilität, Wiederverwendbarkeit und konsistente Nachverfolgung von Lernaktivitäten über verschiedene Learning Management Systeme (LMS) hinweg. Nachfolgend eine Beschreibung von SCORM 1.2 und SCORM 1.3 (allgemein als SCORM 2004 bezeichnet):
SCORM 1.2
Überblick
SCORM 1.2, eingeführt im Jahr 2001, ist eine der am weitesten verbreiteten Versionen. Es bildet die Grundlage für die standardisierte Erstellung, Bereitstellung und Nachverfolgung von E-Learning-Inhalten.
Wichtigste Merkmale
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InhaltsverpackungVerwendet eine standardisierte XML-basierte Manifestdatei (
imsmanifest.xml) zur Beschreibung der Kursstruktur und Metadaten. -
Laufzeitumgebung: Legt fest, wie Inhalte mit dem LMS interagieren, sodass das LMS den Fortschritt, die Ergebnisse und den Abschlussstatus der Lernenden verfolgen kann.
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Datenmodell: Enthält grundlegende Tracking-Funktionen wie:
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Fertigstellungsstatus (
Unterrichtsstatus). -
Rohpunktzahl, Höchstpunktzahl und Mindestpunktzahl.
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Sitzungsdauer (
cmi.core.session_time).
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Einfache SequenzierungUnterstützt lineare Navigation, verfügt jedoch nicht über robuste Sequenzierungs- und Navigationsfunktionen.
Einschränkungen
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Eingeschränkte Unterstützung für fortgeschrittene Sequenzierung und adaptive Lernpfade.
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Es ist nicht möglich, detaillierte Interaktionen oder komplexe Datenpunkte über die Grundlagen hinaus zu verfolgen.
SCORM 1.3/2004
Überblick
SCORM 1.3 (SCORM 2004) wurde 2004 veröffentlicht und brachte gegenüber SCORM 1.2 erhebliche Verbesserungen mit sich. Es behebt Einschränkungen durch eine robustere Unterstützung für Sequenzierung und Navigation.
Wichtigste Merkmale
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Verbesserte Sequenzierung: Enthält ein leistungsstarkes Sequenzierungsmodell, das auf IMS Simple Sequencing basiert. Es ermöglicht Autoren, komplexe Lernpfade zu definieren, einschließlich bedingter Navigation und Voraussetzungen.
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Verbessertes Datenmodell: Enthält zusätzliche Datenpunkte, um die Leistung der Lernenden umfassender zu verfolgen, wie zum Beispiel:
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Interaktionsdetails (
cmi.Interaktionen). -
Ziele und Beherrschungskriterien.
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Lesezeichen zum Fortsetzen von Kursen an der zuletzt aufgerufenen Stelle.
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LaufzeitkommunikationErweitert den Satz von Befehlen und Daten, die zwischen Inhalten und LMS ausgetauscht werden können.
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Wiederverwendbarkeit von InhaltenWie SCORM 1.2 gewährleistet es die Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit von Inhalten über SCORM-kompatible LMS-Plattformen hinweg.
Einschränkungen
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Erhöhte Komplexität bei der Entwicklung und Bereitstellung im Vergleich zu SCORM 1.2.
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Die LMS-Implementierungen von SCORM 2004 können variieren, was zu Inkonsistenzen im Sequenzierungsverhalten führen kann.
Vergleich
|
Funktion |
SCORM 1.2 |
SCORM 1.3/2004 |
|---|---|---|
|
Erscheinungsjahr |
2001 |
2004 |
|
Sequenzierung |
Grundlegend (lineare Navigation) |
Fortgeschritten (bedingte Logik) |
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Verfolgung |
Grundlegend |
Erweitert (detaillierte Daten) |
|
Lesezeichen |
Minimal |
Robust |
|
Komplexität |
Einfacher |
Komplexer |
Beide Versionen waren grundlegend für das E-Learning, aber SCORM 1.3 ist besser für moderne Anforderungen geeignet, die komplexe Lernpfade und detailliertes Tracking umfassen. Allerdings entstehen nun neuere Standards wie xAPI (Tin Can API), um die Einschränkungen von SCORM zu beheben.